3./4. Dez. 2016: Somatic Experiencing

Workshops für integrative Psychotherapie presents Somatic Experiencing mit Heike GattnarHEIKE GATTNAR

Traumabewältigung nach Dr. Peter Levine

Somatic Experiencing (SE)® ist ein Konzept zum Verständnis, zur Bewältigung und Heilung von Schock und Trauma. Es ist eine wirksame Ergänzung für Personen, die traumatisierte Menschen beruflich begleiten. SE wurde von Dr. Peter Levine entwickelt, der als Psychotherapeut und Biologe seit 45 Jahren intensiv zum Thema Stress geforscht und mit traumatisierten Menschen gearbeitet hat.

Instinktive körperliche Prozesse verstehen

Menschliche Reaktionen auf Bedrohung sind primär instinktiv und körperlich und erst sekundär psychisch und kognitiv. Bevor wir uns mit unserem Großhirn noch der Gefahr bewusst werden, mobilisieren schon ältere Gehirnstrukturen alle Energien für Kampf oder Flucht. Wenn wir damit erfolgreich sind, findet der Organismus meist auf natürliche Weise wieder sein Gleichgewicht. Ist ein Ereignis jedoch so überwältigend, dass wir nicht kämpfen oder fliehen können, werden diese Reaktionen zwar initiiert, kommen aber nicht mehr zur Ausführung oder zum Abschluss. Als letzte Überlebensstrategie bleibt dann noch der Totstellreflex. Wenn diese Immobilität anhält, kann sich die enorme ‚eingefrorene’ Überlebensenergie nicht wieder abbauen. Die hohe Aktivierung im Nervensystem bleibt bestehen und die Fähigkeit des Körpers zur Selbstregulation wird gestört.

Trauma als die biologisch unvollständige Antwort des Körpers

Somatic Experiencing sieht Trauma als die biologisch unvollständige Antwort des Körpers auf eine als lebensbedrohlich erfahrene Situation an. Wird eine, durch Bedrohung entstandene, hohe Aktivierung nicht wieder abgebaut – und das ist oft nicht so einfach – werden u.U. bestimmte Bereiche, Emotionen, Körperempfindungen dissoziiert und dem Menschen steht nicht mehr sein volles Potential zur Verfügung, der Lebensfluss verengt sich. Häufig kann das zwar gut kompensiert werden, ohne dass der Mensch selbst oder seine Umgebung etwas davon merkt. In der Folge zeigen sich, manchmal erst nach Jahren, belastende körperliche und psychische Symptome, die auch chronisch werden können. Der Organismus ist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu regulieren.

Wiederherstellung der Fähigkeit zur Selbstregulierung

Im Somatic Experiencing liegt deswegen ein Hauptaugenmerk auf der Vervollständigung der biologisch unvollständigen Reaktionen und der Wiederherstellung der Fähigkeit zur Selbstregulierung. Der Mensch soll auf der Ebene des Organismus, aber auch auf allen anderen Ebenen des Lebens aus der Erstarrung wieder in Fluss kommen. Dabei arbeitet man im SE hauptsächlich mit den physiologischen Reaktionen des Nervensystems. Im Zentrum der Traumaverarbeitung stehen im SE die körperlichen Empfindungen. Die Traumageschichte spielt eine untergeordnete Rolle, so dass man sogar ganz ohne Geschichte arbeiten kann, wenn diese zu aktivierend ist.

Pendeln zwischen traumatischer Erfahrung und inneren körperlichen Ressourcen

Im Pendeln zwischen der traumatischen Erfahrung und den inneren körperlichen Ressourcen wird das Trauma ‚neu verhandelt’. Besonderen Wert legen wir darauf, in kleinen Schritten zu arbeiten, damit es nicht zu einer neuerlichen Überaktivierung und Retraumatisierung kommt. So kann die im Trauma gebundene Überlebensenergie dem System wieder nach und nach zugeführt werden. Durch das Abschließen der unvollständigen Prozesse wird es dann möglich, dass sich Symptome auflösen, die durch das Trauma entstanden sind (z.B. Schmerzen, Ängste, Erschöpfung, Schlafprobleme, Übererregbarkeit, Depression, Erschöpfung, Dissoziation)

Leider ist dieser Workshop ausgebucht!

Unsere Gastdozentin

HEIKE GATTNAR hat eine Praxis für Körperpsychotherapie (HP) in München. Sie arbeitet seit 1996 mit der von Dr. Peter Levine entwickelten Traumatherapie Somatic Experiencing (SE). Sie wurde 2002 als erste Europäerin in dieser Methode als Trainerin akkreditiert und unterrichtet seither Somatic Experiencing Trainings, Postadvanced Trainings und Einführungskurse. Vorher hat sie in der neurophysiologischen Grundlangenforschung und als Körpertherapeutin gearbeitet. Sie hat einen reichen Erfahrungsschatz durch intensive Aus- und Fortbildungen in Meditation, Kunsttherapie, Feldenkrais, Atem- und Stimmarbeit.

Die Kommentare wurden geschlossen